Hanf
Hanf ist ein bewährtes Dichtmittel zum Abdichten von Gewindeverbindungen in der Sanitär-, Heizungs- und Installationstechnik. Verwendet werden spezielle Hanffasern, die auf das Außengewinde aufgewickelt und in der Regel zusammen mit einer geeigneten Dichtpaste verarbeitet werden.
Beim Verschrauben legen sich die Hanffasern in die Zwischenräume der Gewindegänge und sorgen zusammen mit dem Dichtmittel für eine zuverlässige Abdichtung. Hanf eignet sich insbesondere für entsprechend ausgeführte gewindedichtende Rohrverbindungen.
Vor dem Aufbringen wird das Außengewinde gereinigt. Bei sehr glatten Gewinden kann es sinnvoll sein, die Oberfläche leicht aufzurauen, damit sich die Hanffasern beim Verschrauben nicht mitdrehen. Anschließend wird der Hanf gleichmäßig in Einschraubrichtung auf das Gewinde gewickelt und mit einer dafür geeigneten Dichtpaste versehen.
Wichtig ist die richtige Menge: Zu wenig Hanf kann zu einer undichten Verbindung führen, während zu viel Material das Verschrauben erschweren oder Bauteile unnötig belasten kann.
Nicht jede Gewindeverbindung wird über das Gewinde abgedichtet. Bei flachdichtenden Anschlüssen oder Verbindungen mit einem O-Ring erfolgt die Abdichtung über die dafür vorgesehene Dichtung. Das zusätzliche Abdichten des Gewindes mit Hanf ist dort normalerweise weder erforderlich noch vorgesehen.
Ob Hanf für eine bestimmte Anwendung geeignet ist, hängt außerdem vom Medium, Betriebsdruck, Temperaturbereich und den verwendeten Bauteilen ab. Bei Trinkwasserinstallationen müssen die eingesetzten Dichtmaterialien für den jeweiligen Einsatzbereich geeignet sein.
Hanf wird häufig zum Abdichten von Gewindeanschlüssen an Fittings, Armaturen, Ventilen und Rohrleitungen verwendet und ist aufgrund seiner guten Verarbeitungseigenschaften bis heute ein verbreitetes Dichtmittel in der Installationstechnik.